Auf Erkundungstour im Schlösserland Thüringen

Unterwegs mit Thuringia.MyCulture.

Wenn ich an Thüringen denke, fallen mir sofort die Bratwurst, der Thüringer Wald mit dem Rennsteig und die leckeren Thüringer Klöße ein… Aber Thüringen ist Schlösserland? Das habe ich so noch nicht gehört.

Zugegeben – ich bin auch nicht die kulturinteressierteste Person, die es geben könnte. Bei meinem letzten Thüringen-Besuch bin ich allerdings auf die Smartphone-App Thuringia.MyCulture. aufmerksam geworden. Mit dieser kann man Thüringer Kulturhighlights interaktiv und digital entdecken. Geschichtsunterricht in cool, sozusagen. 

© Hintergrundbild: Marcus Glahn, Stiftung Schloss Friedenstein Gotha für die Schatzkammer Thüringen, Bearbeitung Christoph Hampe, Thüringer Tourismus GmbH

Das letzte Mal habe ich die Blumenstadt Erfurt entdeckt und konnte einiges Wissenswertes für mich mitnehmen. Seitdem kann ich bei meinen Freunden und meiner Familie mit Wissen punkten. Also gebe ich der neuen Tour „Schlösserland Thüringen. Fürsten im Grünen.“ die Chance, mich von der Thüringer Schlosslandschaft zu überzeugen. Immerhin soll es hier wie nirgendwo sonst auf engstem Raum so viele etablierte und tolle Residenzen der Fürsten geben. „Glanz und Gloria: Thüringen ist Deutschlands Schlösserland par excellence“, titelte einst der Tagesspiegel. Wenn das mal nichts ist. Also, los geht’s. Ich nehme euch mit zu meinen absoluten Highlights der Tour. Ich möchte ja nicht gleich alles verraten, schließlich sollt ihr auch mal selbst auf Schlössertour durch Thüringen gehen.

Schatzkammer Thüringen

Fürstliche Schlösser und Gärten

Noch mehr zu Thüringens Schlosslandschaft gibt es bei der Schatzkammer Thüringen zu entdecken. Jahrhundertelang bestand Thüringen aus zahlreichen kleinen Herrschaftsgebieten. Konkurrenz und Austausch prägten die engen Beziehungen zwischen den Herzögen, Fürsten und Grafen. Vor allem durch die Förderung von Kunst und Kultur wetteiferten die Landesherren. Erlebt das reiche Erbe höfischer Kultur in Thüringen.

Doch bevor wir anfangen… Schlösser sind immer Gesamtkunstwerke. Die beeindruckende Architektur selbst, die prächtigen Gartenanlagen und nicht zuletzt die Persönlichkeiten, die hier gewirkt haben, lassen das „Schloss“ erst zum Schloss werden. Und genau aus diesem Dreiklang ist auch jede der insgesamt zehn Stationen aufgebaut. Werfen wir also gemeinsam einen Blick hinter die ehrwürdigen Schlossmauern.

Die Dornburger Schlösser hoch über der Saale bestechen nicht nur mit einem tollen Ausblick

Ich starte meine Tour in Dornburg. Hier befinden sich gleich drei Schlösser auf einem Muschelkalkplateau hoch über der Saale, Thüringens längstem Fluss. Das Schlossensemble wird auch der „Balkon Thüringens“ genannt und von den Großherzögen von Sachsen-Weimar-Eisenach damals als Sommerresidenz genutzt. Mehr als 800 Jahre Geschichte sind hier vereint. Das Alte Schloss birgt Reste einer mittelalterlichen Burg. Das Rokokoschloss (was mir persönlich am besten gefällt) ist ein galantes Lustschloss des 18. Jahrhunderts und das Renaissanceschloss ist ganz eng mit Johann Wolfgang von Goethe verbunden. Er schwärmte seinerseits für die noch heute liebevoll gepflegten Schlossgärten und ist – ebenso wie ich – dem Wein vom Dornburger Schlossberg verfallen.
Goethe entdeckte das Schlossensemble quasi durch Zufall bei einem Ausritt und übernachtete nur wenig später mit dem Großherzog Karl August im Rokokoschloss. 

Auch wenn sie, der Legende nach, diese Nacht auf Stroh verbrachten, hatten es ihm die Schlösser angetan. 1828 sagte er „Ich weiß nicht, ob Dornburg Dir bekannt ist; es ist ein Städtchen auf der Höhe im Saaltale unter Jena; ich bewohne das alte neuaufgeputzte Schlößchen am südlichsten Ende. Die Aussicht ist herrlich und fröhlich, und unter meinem Fenster seh ich einen wohlgediehenen Weinberg.“. Also wenn es Goethe hier gefällt, dann muss es hier ja schön sein! Im Renaissanceschloss, auch Goetheschloss genannt, hat er sich sogar ganz blass mit Bleistift am Fensterrahmen verewigt. Wow! Das ist ganz schön überwältigend, genau an dem Ort zu sein, an dem Goethe schon vor 200 Jahren war. Es ist beeindruckend. Ich staune und lasse die Aura des Ortes auf mich wirken. 
Wenig später fliege ich mit einem Fingertipp auf einmal hoch oben über der Saale. Natürlich nur virtuell auf meinem Smartphone. Und tja… Was soll ich sagen?! Wahnsinn! Das komplette Schlossensemble noch einmal aus dieser Perspektive zu sehen ist ergreifend. 

Atemberaubende Ausblicke lassen mich erstaunen

Diese Eindrücke muss ich nun wirklich erst einmal verdauen. Also packe ich meine Picknickdecke aus und lasse mich am Rande der Weinberge in der Sonne nieder. Ich entspanne. Mein Blick schweift. Nach einer Weile schaue ich in der App nach, welches Schloss ich dieses Wochenende noch als nächstes erkunden möchte. 

Blick vom Weinberg auf das Alte Schloss © Jens Hauspurg

Mein nächster Ausflug führt mich nach Gotha zum barocken Schloss Friedenstein. Das Schloss wurde von Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha errichtet. Der wirklich gigantische Bau soll 365 Zimmer und mehr als 1.000 Fenster haben. Wow! Für jeden Tag des Jahres ein anderes Zimmer… 

Über Jahrhunderte war es das höfische Machtzentrum Thüringens. Das barocke Schloss Friedenstein ist eindrucksvolles Zeugnis der Kunst des neubegründeten Herzogtums Sachsen-Gotha und noch bis heute die größte frühbarocke Anlage Deutschlands. Neben wirklich prächtigen Festsälen und Wohnräumen, der Kunstkammer, dem Museum der Natur, dem Historischen Museum, dem Herzoglichen Museum, der Forschungsbibliothek und dem Thüringer Staatsarchiv kann man hier noch einiges mehr bestaunen. (Mehr zum Museumskomplex) Friedenstein ist quasi das Louvre Deutschlands, wobei es natürlich von außen ganz und gar nicht dem Louvre ähnlich sieht. Denn das Schloss kommt aus der Ferne tatsächlich weniger pompös daher. Doch erklimmt man erst einmal die kleine Anhöhe am Rande der Stadt Gotha und tritt in das Schloss ein, wird man von all dem Prunk fast erschlagen – im positiven Sinne.

Alles nur ein großes Theater? Nein!


Mich interessiert, neben der Schlossbesichtigung, bei der ich von Raum zu Raum noch mehr ins Staunen gerate, vor allem das Ekhof-Theater. Es ist ein einzigartiges Denkmal der Theatergeschichte. Hier liegt die Wiege der Theaterkultur der Neuzeit. Und das beste: Bis heute kann man hier noch Aufführungen bestaunen. Mit der Thuringia.MyCulture.-App begebe ich mich nun hinter die Kulissen des ehrwürdigen Theaters. 

Von Hand wurden und werden hier die „Coulissen“ mit großen Seilen praktisch von Zauberhand verändert. Für akustische Effekte sorgen ausgefeilte Mechanismen, wie beispielsweise eine Wind- und eine Donnermaschine. Soundeffects in analog. Doch Pfeifen wird hier nicht gerne gesehen, oder besser gehört… Das erinnert nämlich an die markant pfeifenden Gaslampen von früher. Also höchste Brandgefahr!

Im Ekhof-Theater © Gregor Lengler, Thüringer Tourismus GmbH

Alljährlich findet hier, auf Schloss Friedenstein, das Barockfest statt. Dann nämlich kann man hier auf richtige Zeitreise gehen. Menschen in aufwendig rekonstruierten, barocken Gewändern, echter Kanonenhagel, Kutschfahrten und allerlei musikalische Darbietungen, versetzten den Besucher in die Zeit des Barocks. Ein Spektakel, dass ich mir unbedingt ansehen werde.  

Zum Abschluss meines Rundganges durch Schloss Friedenstein lasse ich mich im prächtigen Festsaal nieder, schließe die Augen und stelle mir vor, wie ich in meinem eleganten Gewand, mit meiner Gemahlin an der Hand, durch den Saal schreite.  

Leider kann ich euch nicht noch mehr von den Stationen der Tour verraten, denn nur lesen ist langweilig. Selbst entdecken – das macht Spaß! Und glaubt mir: Bei eurer Thüringer Schlosserkundung wird es alles andere als langweilig. Also:

Wann träumt ihr davon plötzlich Prinz, oder Prinzessin zu sein?
 

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